Blog
Mut zur Präsenz
Im Blog “FÜR ALLE, DIE SICH MIT IHRER STIMME MANCHMAL IM ZWEIFEL VERLIEREN” habe ich zusammengefasst geschrieben: Du musst nicht perfekt sein, um dich zu mögen. Du darfst Fehler machen, Brüche haben, spielen und dich entdecken. Jetzt geht es darum, die Stimme wirklich zu leben. Nicht nur zu üben oder aufzunehmen, sondern sie in die Welt zu tragen.
10 großartige Scat-Solos
Scat war nie nur Spielerei und schon gar keine Männerdomäne. Viele der radikalsten, virtuosesten und eigenständigsten Improvisationsansätze im Jazz kommen von Frauen. Diese 10 Scat-Solos zeigen, wie vielfältig, mutig und zeitlos vokale Improvisation sein kann. Zuerst hatte ich zu jedem Solo etwas geschrieben, was man hören kann und was mich fasziniert, aber dann habe ich alles wieder gelöscht. Hört sie euch einfach an. Genießt es, spürt, was diese Scat-Solos mit euch machen, und lasst euch inspirieren. Achtet auf die kleinen Details, die Pausen, die rhythmischen Verschiebungen und die unerwarteten Wendungen. Beobachtet, wie jede Sängerin ihren Charakter, ihre Haltung und ihre Stimme auf einzigartige Weise einsetzt. Es geht nicht darum, perfekt zu werden, sondern darum, Musik zu erleben, zu fühlen und mit ihr in Resonanz zu treten. Lasst euch von der Freiheit, dem Mut und der Präsenz dieser Künstlerinnen anstecken und findet euren eigenen Weg, Scat und Improvisation zu entdecken.
Die “RICHTIGE” Atmung
In letzter Zeit sehe ich auf Instagram immer häufiger Vocalcoaches, die Tipps geben wie „Nimm nie zu viel Luft“, „Atme immer in den Bauch“ oder „Atme immer so, als würdest du dich erschrecken“. Aber was ist denn nun richtig? Ganz ehrlich: Ich möchte gar nicht festlegen, was grundsätzlich „richtig“ ist. Fürs Singen ist vor allem das günstig, was sich gut anfühlt. Natürlich gibt es wichtige Zusammenhänge zwischen Atmung und einer gesunden Stimmfunktion. Gleichzeitig habe ich als Popularmusikerin durch das Arbeiten mit Mikrofon unfassbar viele klangliche Möglichkeiten.
Um unterscheiden zu können, ob sich etwas nur vertraut oder wirklich gut anfühlt, braucht es Experimente und Vergleiche. Deshalb möchte ich hier immer wieder Übungen und Experimente anleiten, die dir helfen, dich selbst, deine Körperfunktionen und deine Stimme im Zusammenhang mit Atmung besser kennenzulernen.
Songwriting: Von der Idee bis zur Bühne
Es ist jedes Mal aufs Neue aufregend zu erleben, wie ein Song entsteht. Und das Verrückte ist, es passiert nie auf die gleiche Weise und meistens unerwartet. Manchmal sehe ich unterwegs eine Situation, höre ein Gespräch in der Straßenbahn oder im Café und plötzlich taucht da eine Idee für einen Text auf. Manchmal sind es Filmsequenzen, deren Stimmung mich einfängt. Sehr oft sind es die Menschen um mich herum, die mich inspirieren, in dem wie sie fühlen, wie sie kämpfen und wie sie leben.
Ich will dich heute einmal mitnehmen und dir zeigen, wie ein Song entsteht. Und zwar nicht irgendein Song, sondern unser Song „Useless“ von meiner Band ONTO.
Improvisation: so schlimm ist das gar nicht ;-)
Stell dir eine Bühne vor, leichtes Licht, ein guter Groove, ein Raum voller gespannter Stille. Und dann passiert es: Die Sängerin hebt an, und plötzlich biegt sie von der bekannten Melodie ab, als hätte sie eine geheime Tür in das Lied gefunden, die für alle anderen unsichtbar war.
Solche Momente sind pure Magie. Künstler:innen erschaffen solche Welten ständig. Sie singen, als würden sie das Lied in genau diesem Moment neu erfinden. Und genau das ist der Kern dieser Sache: Improvisation verwandelt einen Song in deinen Song. Nicht abstrakt, nicht theoretisch, sondern so, dass die Musik sich anfühlt, als wäre sie für dich geschrieben.
Unter der Dusche bin ich ein Star!
Unter der Dusche bin ich ein Star. Jede Phrase klappt, ich treffe Höhen, von denen ich im echten Leben nicht einmal träume, und mein Timbre klingt plötzlich wie eine Mischung aus Beyoncé, Pavarotti und einem Hauch Billie Eilish. Das Wasser rauscht, die Akustik schmeichelt mir, niemand hört zu, und auf einmal bin ich furchtlos. Doch sobald ich im Unterricht, vor meiner Familie oder auf einer Bühne stehe, verpufft alles wie warmer Dampf an einer kalten Fliese. Die Gefühle, die mich im Badezimmer noch mutig gemacht haben, sind wie weggeblasen. Meine Stimme wird klein oder bricht sogar weg, mein Körper erinnert sich an etwas, das ich gar nicht bewusst mitgebracht habe. Pavarotti ist plötzlich wieder Lichtjahre entfernt.
Sing Better in Just One Week! Zwischen Strohhalm und Smartphone
Tools sind toll. Jedes einzelne, das ich bisher ausprobiert habe, hat auf irgendeine Weise etwas bewirkt. Aber die entscheidende Frage ist: Ist die Wirkung nachhaltig. Führt sie zu einer echten Veränderung oder ist es nur ein kurzer Aha-Moment, der schnell wieder verpufft. Tools können großartige Hilfsmittel sein, um Funktionen spürbar zu machen oder bestimmte Abläufe hörbar zu verändern. Sie sind jedoch keine Heilmittel und sie ersetzen nicht das Verständnis für den eigenen Stimmgebrauch.
Warum mich ein Kompliment tief berührt hat
Kürzlich nach einem Konzert kam eine ältere Dame zu mir. Sie sagte: „Ich hatte im Vorfeld etwas Angst, weil Ihre Texte auf Englisch sind, aber ich habe sie so gut verstanden. Sie erzählen Geschichten, und man versteht nicht nur die Emotion, sondern jedes Wort. Ich konnte richtig mitgehen. Vielen Dank für dieses Erlebnis!“ Diese Worte haben mich tief berührt. Sie bedeuten mir so viel, weil genau das mein Wunsch ist: Dass Menschen mit meinen Songs nicht nur einen schönen Klang erleben, sondern echte Geschichten mit mir teilen.
Hast du die Architektur deiner Stimme schon erforscht?
Die menschliche Stimme ist weit mehr als ein Organ. Sie ist ein Wunderwerk der Baukunst, unfassbar beweglich und gleichzeitig stabil und tragend. In ihr vereinen sich Präzision, Kraft und Elastizität. Es ist ein lebendiges Instrument, das wir täglich benutzen und dem wir meistens kaum Aufmerksamkeit schenken.
Von Kilometern, Liedern und Steuerchaos
Wenn Menschen an Musiker:innen denken, sehen sie meistens das Rampenlicht, den Applaus, die funkelnde Energie eines Konzerts. Für mich sind diese Momente unbeschreiblich schön, aber sie machen nur einen kleinen Teil meines Musikerinnenlebens aus. Hinter den 100 Minuten auf der Bühne liegt ein Alltag, der bunt, herausfordernd und manchmal auch anstrengend ist. Und genau dieser Alltag ist es, der meine Musik trägt.
10 Jazzsängerinnen die ich sofort (wieder) live anschauen werde, wenn sich die Gelegenheit bietet
Neben den großen Legenden wie Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan oder Nina Simone ist es mal an der Zeit ein paar fantastische zeitgenössische Jazzsängerinnen vorzustellen, die mich über die Jahre geprägt und inspiriert haben. Es gibt Stimmen, die bleiben, auch dann wenn das Konzert längst vorbei ist. Diese Frauen haben meine eigene Musik geprägt und inspirieren mich bis heute jeden Tag. Vielleicht kennst du manche schon, vielleicht entdeckst du hier etwas Neues. Ich stelle sie dir hier kurz vor.
Ein Tag voller Soul, Stimme und Herz
Es war ein unglaublich schöner Tag. 14 mutige Menschen, die bereit waren, sich auf sich selbst, ihre Stimme und ihre Emotionen einzulassen, haben den Raum erfüllt. Schon beim Betreten spürte man die besondere Energie. Neugier, Spannung und Freude lagen in der Luft und jeder Moment war voller Erwartung.
17 Leute: EINFACH Energie
Wer mitten in einer Bigband steht, spürt sofort, wie großartig es ist, Teil dieses mächtigen Sounds zu sein. Trompeten, Posaunen und Saxophone verschmelzen mit der Rhythmusgruppe zu einer Welle, die den Raum füllt.
Für alle, die sich mit ihrer Stimme manchmal im Zweifel verlieren.
Ich erinnere mich noch gut an einen dieser typischen Momente, wie ihn wahrscheinlich viele kennen, die mit ihrer Stimme arbeiten. Ich war allein im Musikzimmer, hatte gerade eine Aufnahme gemacht und hörte sie mir neugierig an. Schon nach den ersten Sekunden spürte ich, wie sich mein Bauch verkrampfte. Diese Stimme klang... anders, als ich sie mir vorgestellt hatte…
KANADA: Ein Zuhause für meine Stimme
Ich war sechzehn, als ich nach Kanada ging. Ich lebte in einer Gastfamilie, ging auf eine Schule südwestlich von Toronto und war plötzlich umgeben von einer Sprache, die nicht meine Muttersprache war, von Menschen, die ich nicht kannte und von einer Offenheit, die mich völlig neu auf mich selbst blicken ließ.
Ich war an einer großartigen Schule, in der man nicht in jedem Fach gleich gut sein musste. Stattdessen konnte man nach Interessen und Neigungen Schwerpunkte setzen und Schwierigkeitsgrade wählen. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass Lernen Spaß machen darf. Es ist nicht bloß Pflicht, kein endloses Abarbeiten und kein ständiger Vergleich mit anderen.
Vom Druck zur Freude. Mein Weg mit der Gesangstechnik.
Kein Käfig - Vielmehr ein Spielplatz
Wenn ich früher das Wort Technik hörte, dachte ich an Regeln. An richtig und falsch. An etwas, das man beherrschen muss, bevor man überhaupt das Recht hat zu singen. Ich stellte mir vor, wie ich durch ein enges Raster passen muss, um „gut genug“ zu sein. Vielleicht kennst du dieses Gefühl…
Ein Abend, der nachklingt
ONTO im Jazzclub Schloss Köngen
Heute hatte ich eine ganz wunderbare Mail im Postfach vom Jazzclub Schloss Köngen.
Und sie hat ein Gefühl bestätigt, das wir schon direkt nach dem Konzert mitgenommen haben.
Es gibt diese besonderen Abende, an denen einfach alles passt.
Die Musik. Die Atmosphäre. Die Verbindung mit dem Publikum. Und das Miteinander auf der Bühne.
Unser Konzert mit ONTO in Köngen war genau so ein Moment.
Kultur braucht kein Mitleid, sondern Mut, Wertschätzung und Unterstützung
Kultur ist ein Lebensnerv unserer Gesellschaft. Sie inspiriert, verbindet, hinterfragt und lässt uns gemeinsam wachsen. Doch was viele Menschen nicht sehen: Damit Kultur sichtbar wird, braucht es weit mehr als Bühne, Mikrofon und ein gutes Konzept. Es braucht Räume, Strukturen und vor allem Menschen. Menschen, die sich mit Herzblut einbringen, oft ehrenamtlich, mit unzähligen Stunden Engagement im Gepäck. Menschen, die Kultur in ihrer Stadt mittragen, weil sie an ihren Wert glauben.
Blick Hinter die Kulissen
Der Tag beginnt ruhig, fast schon routiniert. Ich sitze mit einem Tee auf dem Sofa, das Notizbuch auf den Knien, und gehe nochmal alle Songs durch. Texte, Übergänge, kleine Geschichten, die ich erzählen möchte, nicht auswendig, sondern mit Gefühl. Ich frage mich, welche Stimmung wohl heute Abend in diesem schönen Saal entstehen wird. Was passt zu diesem Ort, zu uns, zu diesem einen Moment, der nur einmal so sein wird…
Neuanfang: Wenn die Rakete startet und das Leben vibriert
Es gibt diese Momente im Leben, in denen alles auf einmal aufbricht und neu wird. So fühlt sich gerade alles bei mir an: eine neue Homepage, frische Ideen, ein Gefühl, das in mir wächst. Wie eine Rakete, die bereit ist, abzuheben. Und genau so hat alles begonnen mit der RAKETEREI. Einem Booking Bootcamp für Frauen von Frauen, das mich nicht nur mit einer großartigen Community verbunden hat, sondern mir auch unfassbar viel wertvollen Input schenkt.
Stell dir vor, du sitzt in einer Rakete, das langsam an Fahrt gewinnt. Das Bootcamp ist genau diese Rakete, das mich auf die Reise schickt.