Blog
WARUM DU STAGNIERST, OBWOHL DU ALLES “RICHTIG” MACHST
Du übst. Du gehst in den Unterricht. Du nimmst Feedback an, probierst Neues aus, hörst genau hin. Du nimmst dir Zeit dafür, nimmst es ernst, gibst nicht auf, auch wenn es langsam geht. Und trotzdem: Da ist dieser eine Punkt, der sich nicht löst. Dieses eine Register. Diese Erschöpfung nach Konzerten, die sich falsch anfühlt. Dieses Gefühl, auf der Stelle zu treten, obwohl du alles gibst.
Wenn du das kennst, dann lass mich dir etwas sagen: Du machst wahrscheinlich gar nicht so viel falsch. Aber du arbeitest möglicherweise am falschen Ort.
WAS EIN LEERER SAAL DICH LEHRT
Es gibt Konzerte, bei denen alles stimmt. Der Raum ist voll, die Energie trägt einen, die Band ist in einem dieser Abende, an denen alles fließt, an denen man das Gefühl hat, man könnte ewig weiterspielen. Jeder Ton landet. Das Publikum atmet mit.
Und dann gibt es die anderen.
WAS MICH MEINE BAND ÜBER MUSIK GELEHRT HAT
Wenn ich ehrlich bin, habe ich das meiste, was ich über Musik weiß, nicht im Unterricht gelernt. Ich habe es von Manuel, Maurice und Max gelernt. In Proben, auf Bühnen, auf langen Autofahrten und in Momenten, in denen ich einfach zugehört habe. Nicht als Schülerin. Als jemand, der mittendrin war und aufgesaugt hat, was um sie herum passiert ist.
Das fing mit den Grundlagen an.
WIE WIR UNSERE ALBEN AUFGENOMMEN HABEN
Es gibt Alben, die entstehen in monatelangen Studiosessions. Track für Track, Instrument für Instrument, Schicht für Schicht. Billie Eilish hat ihre frühen Songs in winzigen Segmenten aufgenommen, Phrase für Phrase, manchmal Silbe für Silbe. Das klingt gut. Das klingt sehr gut.
Wir haben das bisher anders gemacht.
WENN DU SINGST, ABER NICHT ANKOMMST
Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung nach dem Singen, die ich auch sehr gut kenne. Nicht die gute. Nicht das befriedigte Müdesein nach einem langen Konzertabend, wenn man im Auto sitzt und die Stille um sich herum als wohlverdient empfindet. Sondern die andere. Die, bei der man merkt: Ich habe gearbeitet. Zu viel. An Dingen, die sich noch nicht gelöst haben. Die, die sich nicht wie Erschöpfung vom Geben anfühlt, sondern wie Erschöpfung vom Kämpfen.
10 DINGE, DIE DU IN EINEM JAZZKONZERT BESSER LÄSST
Wir freuen uns, wenn du kommst. Wirklich unfassbar arg. Ohne dich kein Publikum und ohne Publikum kein Konzert. Und falls wir dein erster Berührungspunkt mit Jazzclubs sind, hier ein paar nützliche Tipps. :-)
HEISER NACH DEM KONZERT. UND WAS Dir Das SAGEN WILL.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich das meiste, was ich über Musik weiß, nicht im Unterricht gelernt. Ich habe es von Manuel, Maurice und Max gelernt. In Proben, auf Bühnen, auf langen Autofahrten und in Momenten, in denen ich einfach zugehört habe.
Das fing mit den Grundlagen an…
WIE EIN SET ENTSTEHT. ODER: DIE STILLE KUNST DES ABENDS
Eine Setliste sieht von außen simpel aus. Ein paar Songtitel, eine Reihenfolge, fertig. Was dahinter steckt, ist eine kleine Dramaturgie. Manchmal eine große.
Wir verbringen Zeit damit, ein Set zu bauen, denn die Reihenfolge verändert alles. Ein Abend hat eine Kurve, die man entweder gestaltet oder dem Zufall überlässt. Und wir überlassen sie nicht gerne dem Zufall.
Let’s talk about it - Menopause
Heute geht es mal um die reifere Frauenstimme und warum diese in der Peri- und Menopause besonders viel zählt
Es gibt Momente, in denen man singt und plötzlich merkt: Hier bin ich. Nicht auf einer Bühne, nicht für andere, einfach bei sich. Singen kann das. Es ist eine der direktesten Formen, sich selbst zu spüren, den Körper zu bewohnen, Emotionen rauszulassen, die sonst keinen Platz finden.
Lampenfieber – Feind oder stiller Verbündeter?
Es gibt diesen einen Moment kurz vor dem Auftritt. Man steht hinter der Bühne, hört das Stimmengewirr des Publikums, spürt das Kribbeln in den Händen. Manche nennen es Vorfreude. Andere nennen es Angst. Für viele Musiker:innen ist es beides gleichzeitig, und dieser Zustand hat einen Namen, den fast alle kennen: Lampenfieber.
Veränderung im Innen und im Außen
Der Wunsch nach Veränderung war schon länger da. Ich habe ihn immer wieder gespürt, mal stärker, mal schwächer. Aber ich habe ihn auch oft zur Seite geschoben, weil der Alltag einfach gut funktioniert hat.
Und dann wurde es plötzlich klar. Und in dem Moment ging die Entscheidung ziemlich schnell.
Seit über 15 Jahren unterrichte ich Gesang. In dieser Zeit ist etwas unglaublich Wertvolles entstanden. Eine große, lebendige Gesangsklasse, viele Begegnungen, Entwicklungen und Vertrauen. I…
Die “RICHTIGE” Atmung (2)
Es ist mal wieder Zeit, sich mit der Atmung zu befassen. Nach dem ersten Artikel haben mich einige Rückmeldungen, Fragen und Gedanken von euch erreicht. Vielen Dank für euer Interesse, eure Neugier und dafür, dass ihr eure Erfahrungen geteilt habt. Es ist so schön zu sehen, wie offen ihr die Impulse aufnehmt und wie engagiert ihr sie für euch ausprobiert.
Aus diesen Nachrichten habe ich ein Thema herausgegriffen, das besonders häufig genannt wurde oder nach einer Vertiefung gerufen hat: “Was ist für das Singen günstig? Soll ich durch die Nase oder den Mund einatmen?”
Wenn auf der Bühne etwas schiefgeht …
Der Moment, in dem man die Bühne betritt, ist voller Spannung: Vorfreude, Stolz und manchmal Lampenfieber. Doch egal, ob das iPad streikt oder ein Songtempo plötzlich fremd wirkt, die Musik findet ihren Weg. Was dafür sorgt, dass Abläufe auch unter Stress funktionieren erfährst du in diesem Blogartikel.
Voice Hub: warum ich diesen Raum für Stimme ins Leben gerufen habe
Es gibt Dinge, die entstehen nicht aus einem Businessplan, sondern aus einem inneren Bedürfnis. Voice Hub ist genau so entstanden. Aus dem Gefühl heraus, dass es für Sängerinnen und Sänger zwar unendlich viele Informationen, Übungen und Methoden gibt, aber viel zu wenige Orte, an denen man wirklich in Ruhe und ohne Druck herausfinden darf, was die eigene Stimme eigentlich braucht.
Mut zur Präsenz
Im Blog “FÜR ALLE, DIE SICH MIT IHRER STIMME MANCHMAL IM ZWEIFEL VERLIEREN” habe ich zusammengefasst geschrieben: Du musst nicht perfekt sein, um dich zu mögen. Du darfst Fehler machen, Brüche haben, spielen und dich entdecken. Jetzt geht es darum, die Stimme wirklich zu leben. Nicht nur zu üben oder aufzunehmen, sondern sie in die Welt zu tragen.
10 großartige Scat-Solos
Scat war nie nur Spielerei und schon gar keine Männerdomäne. Viele der radikalsten, virtuosesten und eigenständigsten Improvisationsansätze im Jazz kommen von Frauen. Diese 10 Scat-Solos zeigen, wie vielfältig, mutig und zeitlos vokale Improvisation sein kann. Zuerst hatte ich zu jedem Solo etwas geschrieben, was man hören kann und was mich fasziniert, aber dann habe ich alles wieder gelöscht. Hört sie euch einfach an. Genießt es, spürt, was diese Scat-Solos mit euch machen, und lasst euch inspirieren. Achtet auf die kleinen Details, die Pausen, die rhythmischen Verschiebungen und die unerwarteten Wendungen. Beobachtet, wie jede Sängerin ihren Charakter, ihre Haltung und ihre Stimme auf einzigartige Weise einsetzt. Es geht nicht darum, perfekt zu werden, sondern darum, Musik zu erleben, zu fühlen und mit ihr in Resonanz zu treten. Lasst euch von der Freiheit, dem Mut und der Präsenz dieser Künstlerinnen anstecken und findet euren eigenen Weg, Scat und Improvisation zu entdecken.
Die “RICHTIGE” Atmung
In letzter Zeit sehe ich auf Instagram immer häufiger Vocalcoaches, die Tipps geben wie „Nimm nie zu viel Luft“, „Atme immer in den Bauch“ oder „Atme immer so, als würdest du dich erschrecken“. Aber was ist denn nun richtig? Ganz ehrlich: Ich möchte gar nicht festlegen, was grundsätzlich „richtig“ ist. Fürs Singen ist vor allem das günstig, was sich gut anfühlt. Natürlich gibt es wichtige Zusammenhänge zwischen Atmung und einer gesunden Stimmfunktion. Gleichzeitig habe ich als Popularmusikerin durch das Arbeiten mit Mikrofon unfassbar viele klangliche Möglichkeiten.
Um unterscheiden zu können, ob sich etwas nur vertraut oder wirklich gut anfühlt, braucht es Experimente und Vergleiche. Deshalb möchte ich hier immer wieder Übungen und Experimente anleiten, die dir helfen, dich selbst, deine Körperfunktionen und deine Stimme im Zusammenhang mit Atmung besser kennenzulernen.
Songwriting: Von der Idee bis zur Bühne
Es ist jedes Mal aufs Neue aufregend zu erleben, wie ein Song entsteht. Und das Verrückte ist, es passiert nie auf die gleiche Weise und meistens unerwartet. Manchmal sehe ich unterwegs eine Situation, höre ein Gespräch in der Straßenbahn oder im Café und plötzlich taucht da eine Idee für einen Text auf. Manchmal sind es Filmsequenzen, deren Stimmung mich einfängt. Sehr oft sind es die Menschen um mich herum, die mich inspirieren, in dem wie sie fühlen, wie sie kämpfen und wie sie leben.
Ich will dich heute einmal mitnehmen und dir zeigen, wie ein Song entsteht. Und zwar nicht irgendein Song, sondern unser Song „Useless“ von meiner Band ONTO.
Improvisation: so schlimm ist das gar nicht ;-)
Stell dir eine Bühne vor, leichtes Licht, ein guter Groove, ein Raum voller gespannter Stille. Und dann passiert es: Die Sängerin hebt an, und plötzlich biegt sie von der bekannten Melodie ab, als hätte sie eine geheime Tür in das Lied gefunden, die für alle anderen unsichtbar war.
Solche Momente sind pure Magie. Künstler:innen erschaffen solche Welten ständig. Sie singen, als würden sie das Lied in genau diesem Moment neu erfinden. Und genau das ist der Kern dieser Sache: Improvisation verwandelt einen Song in deinen Song. Nicht abstrakt, nicht theoretisch, sondern so, dass die Musik sich anfühlt, als wäre sie für dich geschrieben.
Unter der Dusche bin ich ein Star!
Unter der Dusche bin ich ein Star. Jede Phrase klappt, ich treffe Höhen, von denen ich im echten Leben nicht einmal träume, und mein Timbre klingt plötzlich wie eine Mischung aus Beyoncé, Pavarotti und einem Hauch Billie Eilish. Das Wasser rauscht, die Akustik schmeichelt mir, niemand hört zu, und auf einmal bin ich furchtlos. Doch sobald ich im Unterricht, vor meiner Familie oder auf einer Bühne stehe, verpufft alles wie warmer Dampf an einer kalten Fliese. Die Gefühle, die mich im Badezimmer noch mutig gemacht haben, sind wie weggeblasen. Meine Stimme wird klein oder bricht sogar weg, mein Körper erinnert sich an etwas, das ich gar nicht bewusst mitgebracht habe. Pavarotti ist plötzlich wieder Lichtjahre entfernt.