Mit wem hast du es zu tun
Hallo, ich bin Jana.
Ich bin Sängerin, Songwriterin und Vocal Coach. Auf der Bühne bewege ich mich im Vocal Jazz, inspiriert von der Eleganz Ella Fitzgeralds und der Lässigkeit Cécile McLorin Salvants. Mit meiner Band ONTO spiele ich eigene Songs.
Daneben begleite ich Sänger:innen dabei, herauszufinden, was in ihrer Stimme steckt. Funktional, auf Augenhöhe, mit Blick auf Körper, Wahrnehmung und Nervensystem.
Beides zusammen ist der Punkt. Was auf der Bühne passiert, fließt in meine Programme. Und was ich im Coaching erlebe, verändert, wie ich singe.
01Musik war das Grundrauschen
In meiner Kindheit klangen überall Töne. Posaune, Gesang, Schubert, Bach, Wagner. Sie kamen aus dem Nebenzimmer, aus dem Unterricht meines Vaters, oder wenn meine Mutter sang. Musik war einfach da, selbstverständlich und lebendig.
02Der Abend, an dem etwas wach wurde
Es war einer dieser langen Winterabende, wie wir sie oft hatten. Draußen war es früh dunkel geworden, der Himmel tiefblau, fast schwarz. Drinnen war es warm, das Licht weich, die Stimmung still und geborgen. Ich saß eng an meine Geschwister gekuschelt auf dem Sofa, eingewickelt in eine Decke, bis zu den Ohren.
Dann war plötzlich etwas in der Luft. Erst nur ein leiser Klang, kaum mehr als ein Hauch. Doch er wuchs, füllte den Raum, wurde größer, strahlender. Eine Big Band setzte ein, voller Glanz, voller Rhythmus, voller Leben. Mein Herz schlug schneller. Ein Kribbeln, eine Welle aus Freude, Neugier, Staunen. Die Musik war wie ein Feuerwerk, bunt und leicht, verspielt und gleichzeitig tief.
Ich war zwölf, als ich zum ersten Mal „It Had to Be You" hörte, gesungen von Harry Connick Jr. Ich verstand kaum ein Wort, aber ich verstand alles.
Das will ich singen. Ich muss.
03Zwei Jahre Zugfahrt zählen
Ich wollte unbedingt Jazzgesang lernen. Bei uns gab es keine Musikschule mit Jazzfach, Mannheim war die einzige Möglichkeit mit einer eigenen Big Band. Für die anderthalbstündige Zugfahrt allein war ich noch zu jung, erlaubt war sie ab meinem vierzehnten Geburtstag.
Also zählte ich zwei Jahre lang die Tage und nahm in der Zwischenzeit klassischen Gesangsunterricht im Nachbarort. Als es dann losging, wurden die Gesangsstunden sofort zum Höhepunkt meiner Woche. Nach ein paar Jahren durfte ich in der Big Band der Musikschule singen. Auf der Bühne wuchs ich an der Musik und fand eine Freiheit, die mich bis heute begleitet.
Auf der Bühne
gewachsen
04Der sichere Weg
Nach dem Abitur stand trotzdem die Frage im Raum, wie es weitergehen sollte. Die Jazzwelt kannte ich kaum. Sie wirkte wild und unberechenbar, ein freier Raum, der mich faszinierte und zugleich einschüchterte. Aus einer Mischung aus Vernunft und Vorsicht entschied ich mich für ein Lehramtsstudium, in der Hoffnung, Schule und Bühne gut verbinden zu können.
Das Unterrichten machte mir Freude. Die Musik rückte trotzdem weiter in den Hintergrund, und die Sehnsucht nach ihr wurde jedes Jahr größer.
05Der Moment der Klarheit
Dann kam eine Situation, die alles auf den Punkt brachte. Mein Vorgesetzter kam ohne Vorwarnung in meinen Unterricht, holte mich vor den Augen meiner Schülerinnen und Schüler hinaus und wies mich an, wie ich mit ihnen umzugehen hätte. In diesem Augenblick wusste ich, dass mein Weg ein anderer ist.
Ich kündigte. Ich ging auf das zu, was mich lebendig macht. Die Musik war nie fort gewesen, jetzt war ich bereit, ihr den Raum zu geben, den ich mir tief innen längst gewünscht hatte.
06Beides, und zwar richtig
Schnell wurde deutlich, dass ich beides will. Auf der Bühne stehen und meine eigene Stimme weiterentwickeln, und gleichzeitig weiter coachen. Also begann ich eine gezielte Weiterbildung, lernte meine Stimme genauer kennen und baute ein solides Fundament als Sängerin auf.
Mit Ausbildungen in Jazz, Pop und funktionaler Stimmbildung gewann ich Vertrauen in meinen Körper, mein Gehör und meine Intuition. Geholfen hat mir am Ende ein funktionaler Zugang. Einer, der nicht nur den Klang anschaut, sondern den Körper, die Wahrnehmung und das Nervensystem mit einbezieht. Die Stimme ist kein isoliertes Instrument. Sie hängt an allem, was wir fühlen, denken und mit uns herumtragen.
07Heute
Heute lebe ich beide Seiten in einem Zusammenspiel, das sich gegenseitig stärkt. Was ich beim Schreiben eigener Songs und beim Entwickeln neuer Stücke mit meiner Band erlebe, fließt direkt in meine Programme. Und die Begegnungen mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenswegen geben meiner Musik Tiefe und Ausdruckskraft.
Und ich stehe selbst auf der Bühne. Ich höre nicht nur, was in deiner Stimme passiert. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn sie etwas anderes tut, als du vorhattest. Erst neulich bin ich kurzfristig in einer Bigband eingesprungen, ohne Monitor, und habe prompt lauter gesungen, als ich wollte. Alte Muster. Ich unterrichte genau das seit Jahren und bin trotzdem hineingelaufen. Auch das gehört dazu.
Beides zusammen,
Bühne und Arbeit
an der Stimme
08Worum es mir geht
Zwischen Nachrichten, Stimmen und Bildern ist der Alltag laut geworden. Getaktet vom Kalender eilen wir hindurch, und die leisen, verbindenden Töne haben es schwer, dazwischen gehört zu werden. Genau die sind es aber, die uns mit uns selbst und miteinander verbinden.
Deshalb schaffe ich Räume, in denen Echtheit spürbar wird. Räume ohne Masken, ohne Eile. Musik und Stimme sind darin Werkzeuge für Verbindung, Ausdruck und Mut. Orte, an denen Vielfalt klingt, Kunst wachsen darf und Menschen sich selbst und einander wirklich begegnen.
Auch in Zukunft möchte ich solche Orte bauen. Ich plane mehr Konzerte, neue Songs und ein neues Album. Wenn du wissen willst, wie es weitergeht, trag dich gern in meinen Newsletter ein. Ich freue mich, wenn du dabei bist.
Vita Zum
Gastauftritte unter anderem bei
Soulcafé · Vintage Jazz Orchestra · Pajazzo · Chameleon · BOK BigBand
Videos
Fotos
Fotos: DiMa-Photography, Paul Needham, Mic Panic