Improvisation: so schlimm ist das gar nicht ;-)
Stell dir eine Bühne vor, leichtes Licht, ein guter Groove, ein Raum voller gespannter Stille. Und dann passiert es: Die Sängerin hebt an, und plötzlich biegt sie von der bekannten Melodie ab, als hätte sie eine geheime Tür in das Lied gefunden, die für alle anderen unsichtbar war.
Solche Momente sind pure Magie. Künstler:innen erschaffen solche Welten ständig. Sie singen, als würden sie das Lied in genau diesem Moment neu erfinden. Und genau das ist der Kern dieser Sache: Improvisation verwandelt einen Song in deinen Song. Nicht abstrakt, nicht theoretisch, sondern so, dass die Musik sich anfühlt, als wäre sie für dich geschrieben.
Improvisieren bedeutet nicht, alles umzukrempeln. Es bedeutet, einen Schritt tiefer in die Musik hineinzugehen, bis sie sich wie deine eigene Geschichte anfühlt.
Was ist eigentlich Improvisation
Improvisation klingt nach Risiko, Freiheit, nach einem Balanceakt auf dem Hochseil. In Wirklichkeit ist sie aber viel vertrauter, als man denkt.
Wir improvisieren ständig. Du suchst beim Erzählen plötzlich ein anderes Wort. Du ersetzt beim Kochen ein Gewürz. Du erzählst eine Geschichte anders, weil sie so lebendiger wirkt. All das ist Improvisation.
Musikalisch ist es genau das Gleiche. Variieren. Spielen. Entdecken.
Es gibt drei Ebenen, auf denen du einen Song verändern kannst:
Melodie
Rhythmus
Lyrics
Diese Bereiche können sich überschneiden. Wenn du Wörter wiederholst, verändert das den Rhythmus. Wenn du in der Melodie länger auf einem Ton bleibst, hat das ebenfalls rhythmische Folgen. Trotzdem lohnt es sich, jede Ebene einzeln auszuprobieren. Das nimmt die Angst und schult gleichzeitig das Gefühl für jede Komponente.
Melodie
Nimm dir ein Lied, das du gut kennst. Deine Aufgabe: Singe keinen einzigen Ton an der Stelle, an der er komponiert wurde.
Ja, wirklich keinen.
Am Anfang wird einiges schräg klingen, das gehört dazu. Aber zwischen all den ungewöhnlichen Momenten wirst du Stellen finden, die plötzlich total stimmig sind. Genau diese kleinen Perlen notierst du dir innerlich.
Wenn du anschließend die Originalmelodie wieder singst, baust du diese schönen melodischen Ausflüge ein. So entsteht eine Version, die persönliche Züge trägt.
Rhythmus
Rhythmus zu verändern fällt vielen Menschen schwer, weil die Gewohnheit so stark ist. Hier eine Übung, die leicht beginnt und schnell Spaß macht.
Singe das Lied wie immer. Dann halte den ersten Ton einer Phrase viel länger aus als vorgesehen. Hier sei mutig!! Wirklich viel länger halten. Schau, ob du den Rest noch unterbringst. Vermutlich musst du an einer Stelle schneller werden oder etwas verschieben. Danach wählst du eine andere Silbe derselben Phrase und machst das Gleiche.
Diese Übung erfüllt mehrere Ziele. Sie macht mutig im Umgang mit Rhythmus. Und sie trainiert das genaue Zuhören auf Grundbeat und Groove. Du wirst merken, dass du dich in die Musik hineinhörst wie nie zuvor.
Lyrics
Hier musst du nicht gleich poetisch werden. Oft reicht ein einziges Wort. Wenn “week” besser passt als “day”, dann nimm “week”.
Wenn du mehr Nachdruck willst, kannst du Worte wiederholen. Wenn du mehr Gefühl transportieren möchtest, schmück die Zeile aus.
Aus “I’m dreaming of a white Christmas” kann “I’m dreaming of a white white Christmas” werden oder “I’m dreaming of an oh so white Christmas.”
Aus “My arms will hold you” wird mit einem einzigen Adjektiv eine völlig andere Aussage. “My poor arms will hold you” oder “My loving arms will hold you.” Und schon verändert sich die Geschichte. Wähle das, was besser zu dir passt.
Alles zusammenfügen
Wenn du Melodie, Rhythmus und Lyrics einzeln erkundet hast, kannst du anfangen, sie zu kombinieren. Sei spielerisch, neugierig und mutig, aber verliere nicht die Orientierung. Es ist leicht, einen Song zu überladen.
Ich selbst singe die erste Strophe gerne relativ nah am Original. So erkennt das Publikum, dass ich den Song kenne. Es kann sich zurücklehnen und entspannt zuhören, was ich daraus mache. Niemand soll denken, ich hätte mich verirrt. Nach der ersten Strophe löse ich mich langsam und kann meine kreative Freiheit ausleben.
Wie du es machst darfst du entscheiden. Es ist deine künstlerische Freiheit. Es ist deine Kunst. Du darfst die Musik gestalten, wie sie sich für dich richtig anfühlt.
Wenn wir über Improvisation sprechen, dann taucht irgendwann unweigerlich dieser geheimnisvolle Bereich auf, der ein bisschen unheimlich klingt:
die freie Improvisation
Für viele fühlt sich das an wie ein Raum ohne Wände, ohne Geländer, ohne Plan. Und ja, dieser Raum kann einschüchternd sein. Genau dort verstecken sich aber auch die schönsten Schattentöne, die Ecken deiner Stimme, die in keinem Songbuch stehen.
Freie Improvisation bedeutet, deine Stimme loszulassen und zu beobachten, was passiert, wenn sie ohne Vorgaben reagieren darf. Viele Menschen merken dabei schnell, dass sie innere Barrieren mit sich herumtragen. Der Kopf meldet sich. Der innere Kritiker flüstert, dass es komisch klingen könnte. Die Gedanken kommen, dass man nicht weiß, was man tun soll, oder dass man keinen passenden Klang findet.
Doch genau diese inneren Barrieren sind keine Hindernisse, sondern verborgene Räume in deiner Stimme. Sie sind wie Türen zu klanglichen Ecken, die du sonst nie betrittst, wie kleine geheime Zimmer voller Überraschungen. Wenn du dich traust, diese Räume zu erkunden, entdeckst du ungeahnte Farben, Töne und Ausdrucksmöglichkeiten.
Freie Improvisation ist wie eine Schatzsuche in deiner eigenen Stimme. Jeder Ton, jedes Geräusch, jede Silbe, die du ausprobierst, öffnet neue Perspektiven. Die „Hürden“ werden zu Wegweisern, die dir zeigen, wo noch unentdeckte Schätze liegen, wo sich etwas lösen und frei entfalten will. Wer sich auf diese Reise einlässt, findet nicht nur neue Klänge, sondern auch eine tiefere Verbindung zu sich selbst und zur eigenen Ausdruckskraft.
Und es ist völlig in Ordnung, nicht alle Türen öffnen zu können oder zu wollen. Viele Barrieren existieren aus wichtigen Gründen. Sie schützen, ordnen oder geben Struktur. Manche Türen bleiben also bewusst verschlossen, und das ist gut so.
Manchmal passiert es jedoch, dass man nur einen kleinen Spalt öffnet und plötzlich merkt, dass die Tür gar nicht so fest verschlossen ist, wie man dachte. Ein Ton, eine Silbe, ein Geräusch genügt, um neue Räume zu entdecken, neue Farben der Stimme zu erleben und sich ein Stückchen freier zu fühlen. Freie Improvisation wird so zu einer behutsamen Entdeckungsreise, bei der jeder Schritt, jedes Experiment, auch nur das vorsichtige Spähen durch einen Türspalt, wertvoll ist. Man entdeckt ungeahnte Ausdrucksmöglichkeiten und kommt der eigenen Stimme näher, ohne Druck, ohne Zwang, nur mit Neugier und Offenheit.
Falls du ein bisschen mehr Sicherheit brauchst, um zu starten… hier ein paar Ideen:
Freie Improvisation klingt zunächst so, als gäbe es keinerlei Struktur. Ganz ohne Halt kann sie sich riesig und unüberschaubar anfühlen, fast wie ein weites, offenes Feld, auf dem man sich erst einmal verloren fühlt. Deshalb ist es hilfreich, sich ein paar kleine Leitplanken aufzustellen, die dir Orientierung geben und gleichzeitig genug Raum lassen, um dich frei auszudrücken und neugierig zu erforschen.
Du könntest zum Beispiel Folgendes wählen:
Eine bestimmte Stimmung, die du gerade fühlst oder erkunden möchtest, wie Freude, Staunen oder Melancholie
Eine bestimmte Tonfarbe, die sich für dich angenehm anfühlt: warm, hell, weich, metallisch, luftig, etc.
Einen bestimmten Vokal, der sich leicht anfühlt und deine Stimme trägt
Eine kleine Tonleiter, zum Beispiel die Pentatonik, die wie ein sicherer Pfad durch deine Klänge zieht.
Eine Lautstärke oder einen dynamischen Verlauf, der dir erlaubt, sanft zu flüstern oder kraftvoll zu singen
Innerhalb dieser Mini-Regeln bewegst du dich frei, wie auf einem Weg, der dir Halt bietet, ohne dich einzuschränken. Der Rahmen ist klein genug, um dich nicht zu überfordern, aber weit genug, damit deine Stimme sich entfalten kann.
Jeder Ton, den du singst, jede Silbe, die du ausprobierst, ist ein Akt der Wertschätzung dir selbst gegenüber. Du erlaubst dir, neugierig zu sein, zu experimentieren und deine eigenen klanglichen Räume zu erkunden. Es ist ein behutsames Spiel, bei dem du Schritt für Schritt Vertrauen in dich und deine Stimme gewinnst.
Wenn das Experimentieren gut läuft, ist es noch schöner, Menschen zu haben, die ebenfalls neugierig und offen sind. Sucht euch jemanden, der Lust hat, gemeinsam zu spielen, zu improvisieren und aufeinander zu reagieren. (Kurze Info für meine Schüler:innen: das geht auch im Unterricht ;-)).Es macht unglaublich viel Spaß, diese Ebene zusammen zu erkunden. Du kannst hören, wie der andere reagiert, neue Impulse aufnehmen und selbst inspirierte Wege finden. Dieses Miteinander verwandelt die freie Improvisation oft in ein lebendiges Gespräch aus Tönen, Geräuschen, Atmen und Ideen, bei welchen jeder Schritt, jeder kleine Ausflug, ein gemeinsames Abenteuer wird.
Scatgesang – Ausdruck ohne Worte
Vor allem im Jazz gibt es eine Form der Improvisation, die ich nicht vernachlässigen möchte, denn sie ist ein unglaublich wichtiges Tool, das ich selbst sehr gern nutze: der Scatgesang.
Menschen nutzten Musik und Gesang, um Gefühle, Geschichten und Botschaften weiterzugeben, selbst wenn Texte nicht gehört oder verstanden wurden. Scat ermöglichte es, die Stimme wie ein Instrument zu benutzen, ohne Worte zu brauchen. Es ist also eine Form des Ausdrucks deiner selbst.
Für dich bedeutet das: Es ist wichtig, herauszufinden, wie du scatten willst. Nicht jeder Vokal und jeder Konsonant liegt dir gleich gut, nicht jeder Laut hilft dir automatisch, dich frei auszudrücken. Viele beginnen klassisch mit Silben wie ba du bada Badu, also mit b, d, u und a.
Hast du schon einmal andere Kombinationen ausprobiert? Vielleicht gibt es Silbenreihen, die für dich sofort schön klingen und sich gut anfühlen.
Übung: Silbenkombinationen entdecken
Wähle zwei Vokale und zwei Konsonanten.
Kombiniere sie wild miteinander.
Schau, wie sie sich sprechen und singen lassen.
Beobachte, wie deine Zunge und Lippen sich bewegen.
Teste die Geschwindigkeit: Manche Kombinationen lassen sich schnell singen, andere nur langsam.
Beispiele:
m l o i → mololi, moimlo, oimiolo
h w a o → hahowowo, owahaooa, wahawowawo
l j i a → lilja, jajilil
Harte und weiche Laute
Achte darauf, welche Silben hart oder weich klingen. Das verleiht deinem Scat unterschiedliche Charaktere:
Harte Laute: p, t, k, h, s, f
Weiche Laute: l, m, n, r, w, j
Stimmhaft vs. stimmlos
Stimmhafte Laute (die du mit Vibration in den Stimmbändern singst) z. B. m, n, l, r, w, sch, j, th,
Stimmlose Laute, z. B. p, t, k, s, f, h, sch
Scat-Silben zum Üben
Hier eine kleine Sammlung von Silben, die du ausprobieren und kombinieren kannst:
Ba-da-li-do – locker, atme durch, spüre den Swing, lass die Silben leicht hüpfen.
Mo-li-ba-du – etwas schneller, aber entspannt, die Zunge tanzt über die Silben.
Ha-wo-wo-ya – weich singen, genieße die Resonanz in Mund und Brust.
Ti-di-ba-lo – punktuiere die Endsilben wie einen kleinen Aufruf.
Du-li-ma-do – strecke die langen Silben ein wenig, spiel mit Dynamik.
Ji-la-ji-la – wiederhole die Linie, variiere die Betonung leicht, lass deinen Flow fließen.
Pa-ti-ka-tu – perkussiv, spüre den Rhythmus in Händen, Füßen und Körper.
Mo-di-la-do – weiche Übergänge, fast wie ein Gespräch zwischen Stimme und Band.
Ra-ba-di-do – langsam starten, dann kleine Verzierung auf „do“.
Li-ja-li-ja – fröhlich, leicht, lass es sprudeln wie Wasser über Steine.
Kombiniere diese Silben in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Reihenfolgen, experimentiere mit weichen und harten Laute, stimmlosen und stimmhaften. So findest du heraus, welche Kombinationen dir am leichtesten von der Zunge gehen und sich am besten anfühlen.
Wer scatten möchte, sollte sich Scat anhören
Viel Scat. Immer wieder.
Scatgesang ist eine Sprache, und wie jede Sprache lernt man sie nicht aus dem Lehrbuch, sondern durchs Zuhören, Nachahmen und Mitgehen. Erst dadurch entwickelt sich ein Gefühl dafür, was funktioniert, was stilistisch Sinn ergibt und was sich gut anfühlt.
Und genauso wichtig: Nicht jede:r muss Scat lieben. Wenn dich diese Art von Ausdruck gar nicht anspricht, wirst du daran vermutlich keinen Spaß haben, und das ist völlig okay. Improvisation darf Freude machen. Sie darf neugierig machen. Sie darf dich berühren. Deshalb: Hör einfach mal rein und spür, ob es dich packt.
Wenn ja, dann öffnet sich eine riesige Welt.
Hier sind einige wichtige Jazz-Scat-Solos, die du dir unbedingt anhören kannst, inklusive Ideen, worauf du beim Hören achten kannst. Sie eignen sich perfekt als Inspiration für deine eigene Playlist und als Hörtraining fürs Improvisieren.
Louis Armstrong – Heebie Jeebies
Das gilt als eines der allerersten aufgenommenen Scat‑Solos überhaupt und machte den Stil in der Jazzgeschichte bekannt. Armstrongs Stimme springt spielerisch und rhythmisch zwischen Tönen und Silben, so dass sie fast wie ein Instrument wirkt.
Das kannst du hören: Lockeres Swing‑Gefühl, einfache aber starke Phrasierung, der Spaß am Klang selbst ohne Worte. Achte darauf, wie Armstrong den Groove mit seiner Stimme trägt, als wäre sie Teil der Band.
Ella Fitzgerald – How High the Moon (Live Berlin 1960)
Ella wird oft die Queen of Scat genannt und diese Höhepunkt‑Performance ist legendär: sie baut mehrere Melodien in ihr Solo ein, zitiert andere Songs und webt sie zusammen zu einer beeindruckenden vokalen Improvisation.
Das kannst du hören:: Dynamik, Melodieverwandlung, Rhythmus‑Explosionen, Klangfarben‑Spiel im Originalsong. Versuch mal, einzelne Phrasen herauszuhören und mitzusummen, um zu fühlen, wie sie „Instrumente imitiert“.
Ella Fitzgerald – Air Mail Special
Ein weiteres klassisches Scat‑Solo, bekannt für sein hohes Tempo und präzise Artikulation.
Das kannst du hören: Sehr schnelle Silbenfolgen, punktgenaue Rhythmusarbeit, starke Verbindung zur Band. Höre genau, wie sie mit dem Rhythmus „tanzt“, als wäre ihre Stimme ein Saxophon.
Sarah Vaughan – All Of Me
Sarah Vaughan steht für eine üppige, jazzige Klangsprache, und ihr Scat hier nutzt ihre enorme Range und Kontrolle über Stimmung und Klangfarbe.
Das kannst du hören: Weiche Linien, große Intervalle und expressive Klangpalette. Achte darauf, wie sie Phrasen formt und wiederholt, um Stimmung zu erzeugen.
Betty Carter – Dull Day in Chicago
Betty Carter ist bekannt für rhythmische Komplexität und mutige Phrasierung. Sie spielt mit Zeit, Pausen und unerwarteten Wendungen.
Das kannst du hören: Unvorhersehbare Linien, starke rhythmische Impulse, expressive Artikulation. Versuch mitzuklopfen und spüre, wie sie Akzente setzt.
Clark Terry – Mumbles
Eine etwas andere Scat‑Variante: Terry nutzt Worte und Silben wie eine Art „sprechende Melodie“, fast wie eine Sprache aus Klang. Vail Jazz
Das kannst du hören: Humor, Klangfarbe, Stimme als rhythmische Figur. Höre genau, wie er zwischen verständlicher Sprache und Scat‑Silben wechselt. Das ist ein großartiger Ausdruck von Rhythmusgefühl.
moderne Scatsolos
Mark Murphy – All The Things You Are
Legendärer Scat‑Solo‑Gesang mit sehr melodischen Linien und starker jazziger Tonlogik.
Jazzmeia Horn – Tight
Moderne, energiegeladene Scat‑Phrasierung, auch im Dialog mit einem Instrument (Trading Solos).
Veronica Swift – Cherokee
Junge Sängerin mit beeindruckenderscat‑Technik, sowohl melodisch als auch rhythmisch.
Generelle Hörideen um dein Ohr zu schulen
Wie beginnt das Solo?
Manchmal verschiebt es sich ganz natürlich aus dem Thema heraus, manchmal ist es ein klares Statement.
Wie verändert sich die Rhythmik?
Scat kann verspielt, punktiert, „blasenartig“ oder sehr gesungen klingen.
Wie baut die Sängerin/der Sänger Spannung auf?
Durch Wiederholung einer Silbe, durch Tempowechsel oder indem bekannte Melodien zitiert werden.
Wie interagiert die Stimme mit Band/instrumentalen Linien?
Manchmal antwortet die Stimme quasi auf einen Saxophonruf oder nimmt Motive anderer Instrumentalist:innen auf.
Fazit
Improvisation ist Freiheit.
Freiheit, einen Song nicht nur richtig zu singen, sondern ihn dir anzueignen. Freiheit, Entscheidungen im Moment zu treffen. Freiheit, dich zu zeigen, ohne vorher alles zu wissen.
Ob du mit kleinen melodischen Veränderungen beginnst, mit Rhythmus spielst, Worte austauschst, scattest oder dich in freie Improvisation wagst. All das sind Wege, deine Stimme lebendiger werden zu lassen. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nur ein ehrliches Reagieren auf das, was gerade da ist.
Und manchmal bedeutet Freiheit auch, nicht alles zu wollen. Manche Türen bleiben zu, andere öffnen sich nur einen Spalt. Auch das ist vollkommen in Ordnung. Improvisation zwingt dich zu nichts. Sie lädt dich ein.
Wenn du dich traust zuzuhören, zu experimentieren und deiner Neugier zu folgen, wird Improvisation zu einem Ort, an dem du dich selbst besser kennenlernst. Klang für Klang. Moment für Moment.
Improvisation ist Freiheit. Und Freiheit darf sich leicht anfühlen.