Voice Hub: warum ich diesen Raum für Stimme ins Leben gerufen habe

Es gibt Dinge, die entstehen nicht aus einem Businessplan, sondern aus einem inneren Bedürfnis. Voice Hub ist genau so entstanden. Aus dem Gefühl heraus, dass es für Sängerinnen und Sänger zwar unendlich viele Informationen, Übungen und Methoden gibt, aber viel zu wenige Orte, an denen man wirklich in Ruhe und ohne Druck herausfinden darf, was die eigene Stimme eigentlich braucht. Mir ist über die Jahre immer wieder begegnet, wie viele Menschen singen, üben, suchen, sich verbessern wollen und dabei gleichzeitig das Gefühl haben, sie würden ihrer Stimme irgendwie hinterherlaufen. Als gäbe es irgendwo da draußen die eine Technik, das Geheimnis oder den richtigen Weg. Und oft entsteht daraus eher Verunsicherung als Freiheit.

Ich habe Voice Hub ins Leben gerufen, weil ich genau hier ansetzen wollte. Nicht mit einem weiteren Programm, das vorgibt, alle Antworten zu haben, sondern mit einem Raum, in dem wir gemeinsam Fragen stellen dürfen. Ein Raum, in dem es nicht darum geht, sich zu beweisen oder perfekt zu sein, sondern darum, die Stimme zu erforschen. Denn Stimme ist für mich nicht nur Klang und Technik. Stimme ist Ausdruck, Körper, Koordination, Wahrnehmung, Kommunikation und Persönlichkeit. Stimme ist etwas zutiefst menschliches und genau deshalb lässt sie sich auch nicht rein mechanisch trainieren, ohne den Menschen mitzunehmen, der dahintersteht.

Im Voice Hub geht es mir darum, ein Bewusstsein für Zusammenhänge zu schaffen. Mir ist wichtig, dass Sängerinnen und Sänger nicht nur Übungen machen, sondern verstehen, was es im Körper auslöst, wie sich Wahrnehmung verändert und wie sich daraus neue Möglichkeiten ergeben. Dabei liebe ich die Mischung aus fundiertem Fachwissen und Experimentierfreude. Denn Wissen allein verändert noch nichts. Es wird erst dann wirklich wertvoll, wenn wir es erleben, ausprobieren, in unserem Körper spüren und in unsere Stimme integrieren können. Deshalb ist Voice Hub auch kein Ort, an dem man einfach nur Input bekommt. Es ist ein Ort, an dem man in die Umsetzung kommt, in die Erfahrung, in die eigene Entdeckung.

Und vielleicht ist genau das der Kern. Ich wünsche mir, dass Menschen im Voice Hub wieder lernen, ihrer Stimme zuzuhören. Nicht nur im Sinne von klingt gut oder nicht, sondern neugierig. Was passiert, wenn ich meinen Tonus verändere. Was passiert, wenn ich Koordination anders erlebe. Was macht eine bestimmte Anweisung mit meiner Atmung, meiner Haltung, meiner Stimmfunktion. Welche Bilder helfen mir und welche lenken mich eigentlich nur ab. Diese Art von Fragen eröffnet plötzlich eine ganz andere Welt. Eine Welt, in der Stimme nicht mehr etwas ist, das man kontrollieren muss, sondern etwas, das man erleben, verstehen und gestalten kann.

Eine Gruppe hat das erste Voice Hub Jahr bereits durchlaufen und ich denke sehr gern daran zurück. Wir hatten unglaublich viel Spaß. Es wurde gelacht, ausprobiert, verworfen, neu zusammengesetzt. Es gab so viele Momente, in denen sich plötzlich etwas gelöst hat, in denen jemand eine neue Erfahrung gemacht hat und man richtig sehen konnte, wie sich innerlich ein Schalter umlegt. Ich glaube, was dieses Jahr so besonders gemacht hat, war genau diese Mischung. Das gemeinsame Forschen, das Fachwissen, das Ausprobieren und die Tatsache, dass wir dabei nicht unter Leistungsdruck standen. Es war ein geschützter Rahmen, in dem Entwicklung passieren durfte, weil niemand sich verstellen musste. Und es war ein Gruppenprozess, in dem jede einzelne Stimme nicht nur Platz hatte, sondern wichtig war.

Für mich war dieses Jahr auch als Leiterin ein Geschenk. Denn ein Format wie Voice Hub ist lebendig. Es entsteht nicht einmal und bleibt dann für immer gleich. Es wächst, genau wie die Menschen darin wachsen. Während dieses ersten Durchlaufs habe ich gemerkt, an welchen Stellen ich noch klarer werden möchte, wo ich Inhalte anders strukturieren will, welche Experimente besonders viel auslösen und wo es noch mehr Raum für Vertiefung geben darf. Ich habe hier und da Dinge verändert, angepasst, verfeinert und genau das liebe ich daran. Voice Hub darf sich weiterentwickeln. Es darf sich unseren Fragen anpassen, unseren Erkenntnissen, unseren Bedürfnissen. Und ich habe große Lust darauf, das beim nächsten Mal noch bewusster mit einzubeziehen.

Denn am Ende geht es mir im Voice Hub nicht darum, dass Menschen eine Methode lernen. Es geht mir darum, dass sie ihre Stimme als Instrument erkennen, bei sich selbst und auch bei anderen. Dass sie die Fähigkeit entwickeln, funktional zu hören und zu sehen, Zusammenhänge zu verstehen und daraus eigenständig Entscheidungen zu treffen. Dass sie mehr Vertrauen in ihren Körper bekommen, mehr Klarheit im Umgang mit Übungen und Methoden und mehr Freiheit in ihrem Ausdruck. Ich möchte, dass Sängerinnen und Sänger nicht nur singen, sondern wirklich spüren. Das bin ich. Das ist meine Stimme. Und ich kann sie gestalten.

Ob es eine weitere Gruppe geben wird, hängt davon ab, ob sich genug Menschen finden, die Lust auf diese Art von Weiterbildung haben. Wenn du beim Lesen merkst, dass dich das anspricht, dass du dich nach genau so einem Raum sehnst, in dem du lernen, ausprobieren und wachsen darfst, dann melde dich sehr gern bei mir. Ganz unverbindlich. Einfach, um mehr zu erfahren, Fragen zu stellen und herauszufinden, ob Voice Hub zu dir passt. Ich erzähle dir gern mehr darüber, wie der Aufbau ist, wie wir arbeiten und wie ein nächster Durchlauf aussehen könnte.

Vielleicht ist das ja genau der nächste Schritt, den deine Stimme gerade sucht.

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